Shitstorm? – Seien Sie nett zueinander und essen Sie eine Wurst

Hallo, mein Name ist Dr.Waumiau. Sie kennen mich aus Filmen wie JETZT MAL ERNSTHAFT, WIR MÜSSEN REDEN und WARUM SIND WIR EIGENTLICH SO SCHEISSE ZUEINANDER?

Ich will Sie nicht bekehren und klugscheißen. “Jeder soll Twitter nutzen wie er möchte.” Doch so schön dieses Credo auch ist, damit beginnen auch schon allerlei putzige Probleme die uns mit dem Wunder der modernen Kommunikation aufgebürdet werden.

Und ähnlich wie im echten Leben ist die Grundvorraussetzung für Kommunikation zunächst einmal das Verständnis für den Autor bzw. den Erzähler. Und genau hier scheint es zu haken. Anscheinend ist es in Mode gekommen sich eher anzuspucken, als sich zuzuhören. Wir bestehen auf unserem Recht zur freien Meinungsäußerung und vergessen dabei, dass es nicht nur für uns gilt, sondern für jeden anderen Menschen auch.

Und wo eigentlich ein reger Dialog entspringen könnte, formiert sich auf Twitter vornehmlich eines: Der Shitstorm. Ein schönes Beispiel dafür, mit welcher Eigendynamik wohl damals Hexenverbrennungen funktioniert haben, die wir heute so sehr verachten.

Aber natürlich halten wir uns ja für was Besseres und solange keiner umgebracht wird, wird ja wohl ein bisschen rumkacken nicht schlimm sein, oder? Falsch gedacht. Freie Meinungsäußerung ist eine Sache, beleidigendes Rumgepupe eine ganz andere.

Ich vermisse immer mehr ein Mindestmaß an Toleranz, das mir meine Eltern mit auf den Lebensweg gegeben haben. Dass dies natürlich mit zuhören und nachdenken verbunden ist, muss ich an dieser Stelle wohl nicht erwähnen. Wenn man das gemacht hat, darf man im Anschluss auch mit konstruktiver Kritik kontern, sofern man entsprechende Argumente beisammen hat. Okay, okay. Das ist natürlich eine ziemlich verträumte Einstellung die ich da erwarte. Und ich gebe zu, dass ich meiner eigenen Moralvorstellung wohl nicht genügen würde, wenn ich die Vergangenheit Revue passieren lasse.

Das bringt mich jedoch zu dem Punkt, der wie ich finde für alle gelten sollte. Wer nicht tolerieren kann, sollte ignorieren können. Ich lese oder höre eine Meinung und finde sie absurd, politisch unkorrekt oder total lächerlich. Sicherlich könnte ich jetzt eine hitzige Diskussion entfachen, indem ich dem Urheber sage wie blöd ich ihn und seine Meinung finde. Aber ernsthaft. Wozu?

Ich bin auf Twitter, um:

  1. Spaß zu haben
  2. Zeit totzuschlagen
  3. zu lachen
  4. meine Gedanken zu äußern
  5. nette Menschen kennenzulernen

Ich habe dafür das Stilmittel der Satire gewählt, weil ich denke, dass es mich und meine Denkweise sehr gut in 140 Zeichen transportiert. Ich möchte nicht ernsthaft mit Ihnen diskutieren oder Ihnen meine Meinung aufzwingen. Und ich denke, ich bin damit nicht der Einzige.

Die Gründe und Ursachen der Shitstorms, die ich in den letzten Jahren auf Twitter erlebt habe sind vielfältig. Es geht dabei nach meiner Beobachtung vorrangig nicht darum zu diskutieren oder zu verbessern, sondern vielmehr darum jemanden gezielt fertig zu machen.

Und egal ob es jetzt um Tweetklau, Tweetplagiate, politisch unkorrekte Äußerungen oder schwer nachvollziehbare Hilfeaufrufe für Freunde geht. Ein Shitstorm ist das Letzte was wir brauchen. Es fehlt ihm an Niveau und Respekt für den Mitmenschen, den wir im Alltag für selbstverständlich erachten (sollten).

Wenn Sie also das nächste Mal vor Ihrem digitalen Endgerät sitzen und etwas lesen, was Ihnen nicht gefällt, hier meine Vorschläge für Sie damit umzugehen:

  1. Schreiben Sie der Person eine DM oder Mail, wenn Sie sich kennen
  2. Entfolgen Sie die Person, wenn Sie deren Meinung zum Kotzen finden.
  3. Blocken oder Spamblocken Sie den Account, wenn die geäußerte Meinung den Rahmen der Menschlichkeit verlässt.
  4. Kochen Sie sich einen Beruhigungstee oder essen Sie eine Wurst.

Seien Sie nett zueinander, auch wenn es manchmal schwer fällt. Behandeln Sie andere Menschen, so wie Sie selbst gern behandelt werden würden.

Lassen Sie nicht zu, dass Twitter zu einem morbiden Facebook-Abklatsch wird. Lassen Sie es uns besser machen.

Herzlichst,

Ihr Dr. Waumiau

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2 thoughts on “Shitstorm? – Seien Sie nett zueinander und essen Sie eine Wurst

  1. Heinrich Wawerka says:

    Ein sehr schöner Kommentar, den ich 1:1 so unterschreiben kann. Eines möchte ich aus gegebenem Anlass noch anmerken. Nämlich dass es grade bei Twitter durch die Limitierung auf 140 Zeichen offenkundig leicht passiert, dass die Ausführungen des Einen beim Anderen ganz falsch ankommen und man somit sehr schnell missverständlich zu einem herzlosen Arschloch wird, obwohl die Äußerung, die dazu den Anlass gegeben haben mag, niemals so intendiert war, wie sie beim Empfänger ankam.

    Mit besten Grüßen
    wawerka

  2. Guter Post, gerade zur momentanen Haltung vieler Twitterer, die ich und viele andere weder verstehen muss, noch kann. Vielleicht liegt es am Wetter, vielleicht aufgestaute Aggressionen, vielleicht Langweile, vielleicht sonst was, doch keines rechtfertigt eben diese bizarren und ja, gemeinen, Verhaltensweisen vieler, unglaublich, aber wahr, Menschen(!).

    Grüße.

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